Großer Preis des Mittelstandes
Siegel Great Place To Work 2021

Um die Ecke nach vorne gedacht

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GFT macht es möglich: Ein Labyrinth steht für die klare Linie

Mitgehen, mitschauen, mitmachen bei den erfahrenenen Teammitgliedern, draußen bei der Kundschaft: Klar gehört das auch zum Alltag der Auszubildenden bei der Grädler Fördertechnik GmbH (GFT). Denn da lernt der Fachnachwuchs viel – und besonders viel Praxis. Dazu die Berufsschule mit allem, was so dazu gehört. Das könnte es sein mit den Lehrinhalten. Anderes ist nicht unbedingt vorgesehen, wenn auf dem Lebensplan Lehre steht. Es sei denn, eine Arbeitsgeberin wie die GFT findet, dass auch pfiffige Extras in den Azubi-Alltag gehören, mit Mehrwert für Lernende und Ausbildungsbetrieb.

Dann kommt es so, wie bei Julius Mittag, Auszubildender im dritten Lehrjahr. Er wurde sozusagen be- und vor allem gefördert. Aber nicht, wie sonst, durch Laufband und Fahrkabine, sondern durch einen Spezialauftrag. „Eines Tages kam unser Ausbildungsleiter Detlef Malz zu mir – und fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, eigenverantwortlich ein Labyrinth zu bauen, unterstützt von ihm und dem Zentrum für Aus- und Weiterbildung Ludwigsfelde, dem ZAL. Es gab einige Vorgaben bei der Größe und einen Entwurf, aber Eigenschaften an den dafür zu bauenden Komponenten musste ich selbst aussuchen bzw. mir ausdenken. Ich habe sofort ja gesagt“, sagt Mittag. 

Ja sagen, dass bedeutete, sechs bis sieben Wochen in Eigenregie zu arbeiten, unterstützt von der Expertise seines Ausbildungsleiters und des ZAL. Das Ziel: ein fertiges Aluminium-Spielgerät, ordentlich bestückt mit komplexer Technik. Programmierbare Steuerung, Elektropneumatik, Mechanik. Konstruieren, herstellen, in Betrieb nehmen, – selten wurde Mittag soviel auf einmal aus dem Werkzeugkoffer seines Berufsbildes Mechatroniker (m/w/d) abgefordert. Und das nicht nur aus Jux und Tollerei. Schließlich sollte das Labyrinth nicht hinterher in der Ecke einstauben, sondern hat eine Aufgabe: den Spiel- und Lerntrieb herausfordern. 

„Wir haben hier immer wieder Besuch im Unternehmen, bei Veranstaltungen rund um die Berufsfindung. Wenn Du da nur redest, ist das einfach nur langweilig. Genauso auf Ausbildungsmesssen. Nur mit Gummibärchen und Kulis zum Mitnehmen können wir kein Interesse wecken. Also muss Interaktivität buchstäblich ins Spiel kommen. Und so ein Labyrinth reizt und bringt uns in Kontakt mit potenziellem Berufsnachwuchs“, sagt Malz. 

Er muss es wissen. Denn die Idee mit  High-Tech-Labyrinth als sinnvollem Spaßverstärker stammt von ihm. Schon einmal hat er vor Jahren den Bau eines ähnlichen Modells angeschoben, auch damals mit Erfolg. Jetzt war wieder Handlungsbedarf: „Viele Unternehmensleitungen nehmen sich nicht die Zeit für solche Extraprojekte. Die lassen die jungen Leute mit den Älteren mitlaufen und betreiben keinen Extraaufwand. Aber wir glauben, das so etwas das Denken über die Grenzen der Fachgebiete hinweg besonders gut fördert. Da gibt es bei uns im Haus eine klare Linie, bei der  Ausbildung nicht nur die Schablone abzuarbeiten, sondern alles kreativ umzusetzen. Und wir brauchten sowieso eine neue interaktive Komponente für unsere Nachwuchsarbeit. Das hat schon gut gepasst“, sagt Malz.

Materialkosten und finanzielle Aufwendungen für die Unterstützung des ZAL hat die GFT da gerne übernommen. Herausgekommen ist ein ebenso schmuckes wie kniffeliges Gerät mit integriertem Kleincomputer, damit vernetzten Joystick, pneumatischem Antrieb – sowie ein zu Recht stolzer Auszubildender. Der hat sich zwar unter anderem mit verdammt schwierigen Kleinstbohrungen im Rahmen herumgeschlagen – aber auch noch einmal gemerkt, was er alles drauf hat in Sachen Problemlösung, um die Ecke denken bis zum Ziel und Dazulernen für Arbeit und Leben. Und genau das ist auch die Philosophie der GFT: Nicht nur Schema F durchziehen, sondern kreative Lösungen finden: So kommt die Kugel ins Rollen. Wie gut das klappt, davon können sich jetzt auch die spielfreudigen Gäste beim nächsten Tag der offenen Tür bei der GFT überzeugen. 

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